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Nepal

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Das Visum für Nepal bekommt man an der Grenze. Die Leute sind super nett und alles geht rasend schnell. Das Carnet will niemand sehen, ich frage sogar mehrfach, wo ich es abstempeln lassen kann. Immer wieder höre ich: “Not necessary”. Leider ist der Stempel aber durchaus “necessary” und sein Fehlen sollte sich bei der Ausreise noch rächen.

Hinter der Grenze ist die Straße bestens in Schuss. Auf Indischer Seite Piste, riesige Schlaglöcher, Dreck und die gewohnte Anarchie, hier makelloser Asphalt. Es wird kaum noch gehupt, der Verkehr fließt, es ist, wie in einer anderen Welt. Ganz traue ich dem Frieden noch nicht, doch tatsächlich können die beiden Länder gegensätzlicher nicht sein.

SimbahanjyangPassDass man für die 200 km trotzdem einen vollen Fahrtag braucht, liegt an der Strecke. Diese ist ein Traum und streift die Ausläufer des Himalaja. Kurve reiht sich an Kurve. Etliche Pässe liegen auf dem Weg und immer wieder passiert man kleine Dörfer. Kinder winken wieder und es wird auch wieder gelächelt. Schließlich passiere ich ein Schild „Everest View“. Leider ist der höchste Berg der Erde aber in Wolken.

Bereits in Pakistan hat mich Helmut, ein anderer Biker, angeschrieben. Wie ich ist er unterwegs nach SO-Asien. Leider sind wir uns auf der gesamten Reise nie begegnet, doch eine Adresse habe ich von ihm bekommen, von einer Spedition in Kathmandu. New Wold Link heißt der Laden, wird geführt von Ishowar Bhatta, mit dem ich von Kalkutta aus telefonisch vorab alles vereinbart hatte. Dieser holt mich am Stadtrand ab. Auf dem Weg zum Hotel machen wir einen Zwischenstopp beim Schreiner. Der Nimmt Maß für die Kiste, dann geht es kurz in das Büro von New World Link, um die Flugdaten zu klären. Nach nicht einmal 2 Stunden habe ich ein Ticket für mich und die BMW nach Bangkok, Abflug bereits in zwei Tagen. Spätestens jetzt wird auch mir klar, warum fast jeder Biker Kathmandu für den Versand wählt und sich auf der einschlägigen Seite von „Horizonts Unlimited“ im Gegensatz zu Indien für Nepal zahlreiche Speditionen finden.

PashupatinathEs ist schade, dass meine Zeitplanung derart aus dem Ruder gelaufen ist. Außer der Hauptstadt sehe ich von Nepal nichts. Hätte ich doch weniger Zeit in Indien verschwendet! Gerade der Aufenthalt in Kalkutta wurmt mich extrem. Klar, ich hatte meine Gründe, doch mit besserer Vorbereitung zu Hause wäre das nicht passiert. Aber Konjunktive bringen nichts. Ich nutze den einen Tag und sehe mich in Kathmandu um.

Nach Varanasi in Indien erlebe ich hier im Tempel von Pashupatinath erneut die Spiritualität des Hinduismus gepaart mit dem allgegenwärtigen Kommerz. Die Anlage liegt am heiligen Fluss Bagmati, an dessen Ufer die Toten verbrannt werden. Gegenüber der Verbrennungsstätten sitzen auf Treppen kalkweiß angemalte und in gelbe Tücher gewickelte Gurus. Auf Respekt vor ihrer Weisheit und Vermittlung irgendeiner Lehre sind sie aber nicht aus, eher auf ein paar Rupien für ein Foto.

FlughafenKisteSchließlich ist es soweit. Am kommenden Tag fahre ich auf dem Motorrad zusammen mit einem Mitarbeiter von New World Link zum Flughafen, der Schreiner kommt separat und in der Frachthalle wird die BMW in die vorbereitete Kiste verpackt.

Der Zoll will mein Carnet sehen. Bei der Einreise hat man mir trotz Nachfrage mehrfach gesagt, dieses brauche man in Nepal nicht. Jetzt fehlt der Einfuhrstempel.

Tatsächlich verlangt man von mir, wieder zurück zur Grenze zu fahren und den Stempel zu besorgen. Erst dann dürfe ich ausreisen. Natürlich der vollkommene Wahnsinn. Abgesehen davon, dass ich bereits die Tickets habe und die Kuh mit abgeschraubtem Vorderrad und ohne Sprit in der Kiste steht, wäre ich weitere zwei Tage unterwegs. Doch Asien wäre nicht Asien, ließe sich nicht für 20 Dollar eine Lösung finden. Ich unterschreibe eine Erklärung und bekomme Einfuhr- wie Ausfuhrstempel in Kathmandu

Flug TG 320 ist etwas verspätet. Vom Gate aus kann ich beobachten, wie die Maschine beladen wird. Meine Ohren bekommen Besuch, als ich die Kiste mit der BMW auf einer der Monster-Paletten entdecke, die im Rumpf des Flugzeugs verschwinden.

Schließlich starten wir und fliegen in einer weiten Kurve an den schneebedeckten Gipfeln der höchsten Berge der Welt vorbei zur letzten Etappe meiner Reise - Indochina.    >>weiter lesen


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