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Wissenswertes

Die Angaben sind nach meinen persönlichen Erfahrungen gemacht. Ergänzungen, Hinweise und Detailfragen sehr gerne über das Kontaktformular, ich beantworte alle Nachrichten. Sonstiges Feedback gerne ins Gästebuch.

 

Klima und Reisezeit

Zumindest für diese Route ist der beste Startzeitpunkt der Spätsommer. In den Ländern Griechenland, Türkei und im Iran sind die Temperaturen angenehm. In Pakistan und Indien ist der Monsun ab Oktober auf dem Rückzug. Je nach Dauer der Reise holt man die Regenzeit in SO-Asien wieder ein.
Will man in den Karakorum oder nach Zanskar und Ladakh, sollte man dort allerspätestens Anfang Oktober erscheinen. Die Pässe gehen bis auf 5000 Meter.

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Geographie

Die Türkei ist ein gebirgiges Land, man bewegt sich zumindest in Zentral- und Ostanatolien selten unter 1300 Metern. Noch höher liegt der Iran. Hier sind Pässe mit über 2500 Meter an der Tagesordnung. Erst Richtung Pakistan, wenn es in die Wüste Lut hinunter geht, wird es heiß. Belutschistan ist dann ebenfalls wieder sehr gebirgig.
Der Punjab, Rajastan und Bengalen liegen deutlich tiefer und es wird richtig warm.

 

Kleidung

Nicht einen Meter würde ich ohne Schutzkleidung fahren! Ich hatte eine relativ schwere Endurojacke mit eingebauter Membrane und eine ganz leichte Sommerjacke dabei. Heute würde ich eine Jacke mit herausnehmbarer Klimamembrane und vielen (!) Lüftungsschlitzen wählen. Hose hatte ich nur eine rel. leichte mit Knieprotektoren und guter Belüftung, darunter bei Bedarf eine lange “Windstopper” Unterhose. Als Stiefel eine Kombination aus Touring- und Endurostiefeln , gute Protektion und wasserdicht mit Membrane.
Um das BMW-Klischee zu bestätigen: Ich liebe Klapphelme, so auch auf dieser Reise.
Meine komplette Kleidung, abgesehen vom Helm, war 10 Jahre alt. Dass ich damit gefahren bin, hatte schlicht finanzielle Gründe. Einzig die dicke Jacke habe ich ab Pakistan im Packsack spazieren gefahren. Die Protektoren waren austauschbar. Als Handschuhe 2 Paar leichte, bzw. mittlere Sommerhandschuhe.

In allen Ländern tragen die Menschen (soweit sie sich das irgendwie leisten können) saubere Kleidung, die Männer lange Hosen und Hemden. Niemals würde ein Türke, Iraner, Pakistani oder Inder in Bermudashorts durch die Straßen laufen. Daher unbedingt eine akzeptable Hose und wenigstens ein vernünftiges Hemd mitnehmen! Ich hatte eine leichte schwarze Stoffhose und eine Treckinghose dabei sowie zwei Treckinghemden, die schnell trocknen. In SO-Asien sieht man das etwas lockerer, wobei man auch dort bei Behörden und in Büros anständig gekleidet erscheinen sollte.

Die Schuhe muss man bei der Besichtigung von Moscheen und Tempeln ausziehen. .

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Visa

In Deutschland zu beantragen sind Iran, Pakistan und Indien. Alle Anträge sind auf den Konsulatsseiten als Download verfügbar. Links gebe ich nicht an, da die Zuständigkeiten häufig nach Bundesland unterschiedlich sind und es kein Problem sein sollte, fündig zu werden.
Ich hatte mit Pakistan angefangen, da ich für den Iran aus Zeitgründen nur ein Transitvisum (Gültigkeit 7 Tage) beantragen wollte. Das Touristenvisum mit längerer Gültigkeit dauert angeblich ziemlich lange. Zusätzlich verlangt der Iran den Nachweis einer Unfall- und einer Krankenversicherung. Im Iranischen Konsulat in München war ich persönlich. Ohne, dass ich etwas sagte,  hat man mir automatisch ein Touristenvisum mit 10 Tagen Gültigkeit gegeben. Jetzt weiß ich, dass man das angesichts des riesigen Landes auch braucht.
Pakistan ändert den Visaprozess wegen der Sicherheitslage ständig. Man will in jedem Fall die Reiseroute wissen (Einfach die größeren Städte angeben, erst mal im Land kann man die Route ändern). Im Zweifel hilft ein Anruf beim zuständigen Konsulat. Mir wurde dort gut weitergeholfen.
Indien hat den Visaprozess an eine Agentur vergeben und als einziges Land einen Online-Prozess. Antrag über Internet ausfüllen, Hardcopy ausdrucken und mit einem Passbild (seltenes Format!) abgeben oder einschicken.
Den Rest der Visa (Nepal, Laos, Kambodscha) gibt es (bis auf wenige Ausnahmen, abhängig von der Winzigkeit des Übergangs) upon arrival, sprich an der Grenze. Außer den Visagebühren fallen keine Kosten bei Grenzpolizei und Zoll an!

 

Carnet de Passage

Ein Zolldokument für das Stahlross, erhältlich z.B. beim ADAC. Dort findet sich auch eine schöne Seite mit einer Übersicht. Mit Ausnahme von Thailand wollten abweichend davon alle Länder in SO-Asien das Carnet sehen. Zweck des Dokumentes ist es, die Verzollung bei einem eventuellen Verkauf im Reiseland sicher zu stellen. Dazu ist abhängig vom Fahrzeugwert eine Kaution beim ADAC zu hinterlegen. Das Carnet wird bei der Ein- und Ausreise vom Zoll abgestempelt. Wird das Mopped geklaut, ist es Schrott und bleibt im Land oder verliert man das Carnet, ist die Kohle erst mal weg.

 

Sonstige Dokumente

- Grüne Versicherungskarte (zwingend für die Türkei, auf Gültigkeit achten)
- Internationaler Führerschein (wollte niemand sehen)
- Internationaler Zulassungsschein (wollte ebenfalls niemand sehen, Daten sind auch im Carnet)
Sinnvoll ist es, die Kopien der Lichtbildseite des Reisepasses und der Seiten mit den Visa dabeizuhaben. Ebenfalls eine Anzahl an Passbildern für die Visa upon arrival. In Indien braucht man für die Beantragung einer SIM-Card auch ein Passbild. Zusätzlich habe ich alle Dokumente eingescannt und per Mail an mich selber geschickt.

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Impfungen

Mir hat man Hepatitis A+B (3 Spritzen, letzte nach 6 Monaten), zusätzlich eine Kombi aus Diphtherie, Tetanus und Polio empfohlen, außerdem Tollwut (endet immer tödlich, 3 Spritzen im Abstand 0 - 7 - 14 Tage). Ich habe alles sehr gut vertragen, kann aber auch anders sein. Ob die Krankenkasse das übernimmt, ist fraglich. Im Zweifel ist man ca. 500,- EUR für die Impfstoffe los.

 

Karten

Von mir genutzt, die Karten aus dem Reise Know-How Verlag. Es mag bessere geben, diese sind aber unzerreißbar, wasserfest und GPS-tauglich.
Griechenland 1 : 650 000
Tuerkei 1:1.100.000
Iran 1 : 1 500 000
Pakistan 1 : 1 300 000
Indien. Nepal. Sri Lanka 1 : 2 900 000
Karten von Laos und Kambodscha hatte ich noch aus den letzten Urlauben, damals vor Ort gekauft, alternativ:
Laos 1:600 000, Stadtplaene: Luang Prabang, Vang Vieng, Vientiane.
Landkarte Kambodscha, 1 : 500 000
 

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Reiseführer

Das Angebot ist nahezu unerschöpflich. Um Platz und Gewicht zu sparen, habe ich mir aus der Stadtbibliothek Reiseführer über die Türkei und den Iran ausgeliehen und die wichtigsten Seiten kopiert. Ich schäme mich auch.
Tuerkei, Michael Mueller Verlag
Iran, Reise Know-How Verlag
Über Pakistan gibt, bzw. gab es nichts wirklich aktuelles. Meiner Meinung nach ist das der brauchbarste:
Pakistan & the Karakoram Highway (Lonely Planet Pakistan)
Bei Indien hat man schon aufgrund der Größe des Landes immer viel Papier zu schleppen. Meine Wahl:
Lonely Planet Reisefuehrer Indien
Und in Kathmandu musste dann noch einer für SO-Asien her. Auch bei dem entschied ich mich für Lonely Planet, muss aber sagen, dass es der wohl schlechteste Reiseführer ist, den ich je in den Fingern hatte. Praktisch keine Informationen und nur eine Beruhigung des Gewissens, dass man was zum Nachschlagen dabei hat.
Lonely Planet Vietnam, Cambodia, Laos & Northern Thailand
Die Alternative wäre jedoch für jedes Land ein eigener, wobei wir wieder beim Thema Gepäck und Gewicht sind.

 

GPS

Ich nutze ein älteres Garmin Handgerät, ein GPSmap 60CSx mit einer Touratech Lenkerhalterung. Für Garmin gibt es im Internet über OSM  >>hier kostenfrei Karten und >>hier eine Anleitung zur Installation. Mit diesen habe ich beste Erfahrungen gemacht. Zwar sind sie nicht ganz lückenlos und somit treten teilweise auch Routing-Fehler auf, doch angesichts des gesparten Geldes eine absolute Empfehlung.
Zu Hause und später unterwegs hatte ich mir vorab Hotels als Waypoints gesetzt. Eine unglaubliche Erleichterung in (asiatischen) Großstädten.
Routen hatte ich vorab zu Hause erstellt und nach Ländern in Dateien auf meinem kleinen Reise-Netbook abgespeichert. Die tatsächliche Navigation war eine Mischung aus Karte und GPS.

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Übernachtung

Campingplätze gibt es östlich von Istanbul nur noch am Meer und in touristisch sehr gut erschlossenen Gegenden (z.B. Göreme). Spätestens ab Ostanatolien ist es damit vorbei. Wild Zelten ist theoretisch überall möglich. Praktisch hat man es mit teilweise riesigen, herumstreunenden Hunden zu tun, einer Landschaft, die entweder keinerlei Sichtschutz bietet oder extrem dichtes Unterholz, Unzugänglichkeit, etc. Hinzu kommt, dass in allen Ländern auch in den einsamsten Gegenden Menschen, wie aus dem Nichts auftauchen. Ich habe mich daher lieber für Hotels entschieden. Hier die Plätze auf denen ich war:
Camping Elena, Nähe Igoumenitsa, GR
Camping Asprovalta Riviera, GR: ca. N40 44.441 E23 43.265
Semizkum Camping, Silivri, TR: N41 04.328 E28 09.651
Göreme Panorama Camping, TR: N38 38.870 E34 49.221
Nemrut, Damlacik Garden Camping, TR: ca. N37 54.550 E38 38.922

Hotels finden sich in allen Ländern in jeder Preisklasse. Als Backup ist ein Zelt sicher nicht verkehrt, ich würde es jedoch das nächste Mal zu Hause lassen und mich auf eine Termarest- oder Alumatte sowie einen dünnen Baumwollschlafsack beschränken. Letzterer muss unbedingt mit, die Bettwäsche ist nicht immer sauber. Alle Hotels, in denen ich war, mit Ausnahme Karachi und das ITC Sonar Kalkutta (hatte noch Punkte dafür), sind günstige Mittelklassehotels guten Standards, fast jedes mit WiFi. Die Kosten sind sehr unterschiedlich, im Schnitt kann man von 20 - 30 Euro ausgehen. Natürlich geht es auch billiger. (Preise Stand 2012, Koordinaten sind ca.-Angaben)

Türkei:
Afyon, Hotel Soydan 19,- €: N38 45.364 E30 32.356
Kahramanmaras, Belli Oteli 25,- €: N37 34.836 E36 55.681
Dyarbakir, Hotel Birkent 21,- €: N37 54.921 E40 14.062
Van, Büyük Asur Oteli 33,- €: N38 29.889 E43 23.648
Dogubayazit, Grand Derya Hotel 30,- €

Iran:
Orumiyeh, Hotel Ana 14,- €: N37°32’24” E45°4’8”
Zanjan, Hotel Amir Kabir 20,- €: N36 40.089 E48 29.100
Qazvin, Hotel Alborz 17,- €: N36 16.100 E50 00.489
Isfahan, Hotel Ali Qapu 35,- €: N32 38.959 E51 40.073
Yazd Traditional Hotel 13,- €: N31 53.637 E54 22.124
Bam, Parsian Azadi Hotel 16,- €,
Zahedan, Esteghlal Hotel, 33,- €, N29 29.326 E60 51.890

Pakistan:
Quetta, Hotel Bloomstar, 8,- €,
Karachi, Beach Luxury Hotel, 65,- €: N24 50.611 E66 59.741
Sukkur, Hotel Inter Park Inn, 43,- €: N27 41.204 E68 50.711
Sukkur, Hotel Forum Inn, 29,- €: N27 41.498 E68 51.338
Multan, Continental Guesthouse (Hotel?), 27,- €: N30 11.648 E71 27.475
Lahore, Hotel Sanai, 11,- €: N31 34.039 E74 19.498

Indien:
Amritsar, Hotel Indus, 17,- €: N31 37.213 E74 52.709
New Delhi, Hotel Grand Godwin, 37,- €: N28 38.732 E77 12.964
New Delhi, Cottage Yes Please, 13,- €: N28 38.458 E77 12.627
Agra, Hotel Kamal, 25,- €: N27 10.144 E78 02.560
Churu, Rathore Lodge & Restaurant, 8,- €: N28 17.339 E74 57.944
Jaipur, Hotel Pearl Palace, 16,- €: N26°54’58,8” E75°47’44,0”
Bundi, Haveli Katkoun, 13,- €: N25 26.850 E75 38.091
Jhansi, Hotel Sita, 24,- €: N25 27.007 E78 33.686
Varanasi, Anami Lodge, 10,- €: N25 17.325 E83 00.366
Asansol, Hotel Asansol International, 24,- €: Grand Trunk Road 66
Kalkutta, ITC Sonar Hotel, 5-Sterne: N22 32.647 E88 23.927
Kalkutta, Hotel Aston, 24,- €: N22 32.014 E88 21.175
Patna, Hotel Windsor, 20,- €: N25 36.504 E85 08.497
Raxaul, Hotel Suraj, 6,- €: N26 58.921 E84 51.120

Nepal:
Kathmandu, Hotel Horizon, 15,- $: N27 42.764 E85 18.584

Thailand:
Bangkok, Baan Chay Namm Resort, 15,- €: N13 39.058 E100 47.697
Udon Thani, Lomdao Resort, 15,- €: N17 17.579 E102 51.702
Ban Krut, Na Na Chart Resort, 35,- €: N11 22.457 E99 34.984

Laos:
Vientiane, an der Riverfront, 30,- $: N17 57.989 E102 35.638
Lak Sao, Hotel (?), 8,- €: N18 11.330 E104 57.887
Savannakhet, Leena Guesthouse, 9,- €: N16 33.645 E104 45.141
Champasak, Anouxa Guesthouse, 6,- €: N14 54.500 E105 53.146

Kambodscha:
Stung Treng, Riverside Hotel, 8,- $: N13 31.881 E105 58.303
Phnom Penh, Cozyna Hotel, 23,- $: N11 34.158 E104 55.808
Kep, N4 Guesthouse, 30,- $: N10 29.355 E104 17.596
Siem Reap, Shadow of Angkor II, 20,- $: N13 21.271 E103 51.539
Anlong Veng Monorom Guesthoese, 8,- $: N14 14.093 E104 04.794

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Verständigung

Kommt man in Griechenland und der West-Türkei sogar mit Deutsch noch gut zurecht, ist ab Anatolien Englisch angesagt. Im Iran findet man meist jemanden, der es gut kann, die Pakistanis sprechen es besser, als die Inder, in Nepal hat man damit gar kein Problem. Schwieriger wird die Verständigung in SO-Asien. Thailand war nie besetzt, daher kann dort von früher her niemand Englisch oder Französisch. Höhere Beamte sprechen es meist. In Hotels und Restaurants wird es schon schwierig.

Meine Meinung ist: Grundsätzlich sollte man wenigstens ein paar Brocken in der Landessprache sprechen können. Ein Merhaba in der Türkei, ein As-salam Alaikum in Pakistan und ein Namasde in Indien zur Begrüßung, schon steht man dem Fremdling ganz anders gegenüber, als wenn er bloß stupid “Hello” sagt. Spätestens, wenn es mal länger dauert, (Panne, Fahrkarte, Warten bei Behörden,..) sind folgende Büchlein Gold Wert:
Reise Know-How, Kauderwelsch Persisch
Lonely planet Sprachfuehrer Hindi, Urdu & Bengali
Reise Know-How, Kauderwelsch Thai
Reise Know-How, Kauderwelsch Khmer
usw.

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Sicherheit

Zum Zeitpunkt meiner Reise gab es eine Teilreisewarnung des Auswärtigen Amtes für den Norden Pakistans und Belutschistan. Ein Schwede, den ich in Quetta getroffen hatte ist auf der Strecke zwischen Taftan und Nok Kundi überfallen worden. Taliban waren das vermutlich keine sondern nur ganz gewöhnliche Straßenräuber, doch es gibt zu denken. Waffen sind dort leicht zu beschaffen und jeder, der irgendeinen Groll hegt, ballert damit herum.
Touristen bekommen eine Eskorte gestellt. Das sind Pick-ups unterschiedlichen Alters mit Mitgliedern der “Levies”, einer paramilitärischen Polizeitruppe. Die Jungs lösen sich an den jeweiligen Zuständigkeitsgrenzen ab, was sehr gut funktioniert.
Mit Ausnahme dieser Region habe ich mich nirgends “unsicher” gefühlt. Selbst die Ost-Türkei mit Kurdistan ist zwischenzeitlich vollkommen problemlos zu bereisen. Zwar gibt es eine hohe Polizeipräsenz mit martialischem Auftreten, mir gegenüber waren die Menschen jedoch stets freundlich und aufgeschlossen. Die Atmosphäre dort ist wieder ein anderes Thema, man merkt schon eine drückende Stimmung.
Beim Abstellen des Motorrades habe ich teilweise nicht einmal den Zündschlüssel gezogen. Natürlich nicht, wenn ich stundenlang weg war. Klauen tut das Bike kein Mensch, das wäre viel zu auffällig. In den meisten Ländern rennen einem die Menschen eher hinterher, wenn man aus Versehen etwas hat liegen lassen. Man bekommt sehr schnell ein Gespür dafür, wie groß der Leichtsinn jeweils sein darf.
Kritischer ist, dass an dem Bike ab und zu herumgefummelt wird. Ich hatte ein großes Panzerdrahtschloss dabei, um nicht eines Morgens ohne Hinterrad dazustehen. Den Ersatzreifen und bei Bedarf den Helm habe ich damit ebenfalls gesichert.

Geld und andere Wertsachen grundsätzlich aufteilen. Einen “Fake-Geldbeutel” anfertigen mit alter Kreditkarte (Bahncard, Clubcard, etc.) und ein paar US-Dollar. Den kann man herausgeben, wird man überfallen (s.o.)

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Benzin

Gibt es überall in ausreichender Qualität (Auf der Strecke Taftan - Quetta aus Kanistern). In der Türkei ist der Sprit mit über 2,- € am teuersten, im Iran mit 25 Cent am billigsten (jeweils 9/2012). Sonst kann man mit gut 1,- Euro für den Liter rechnen. Eine sichere Reichweite von 200 km ist ausreichend.

 

Ersatzteile

Für große Motorräder gibt es diese ab dem Iran nicht mehr (Ausnahme: Thailand). Ich musste mir von zu Hause eine neue Lichtmaschine nach Indien schicken lassen (Garantiefall), Dauer nur ein paar Tage aber der Zoll macht Zicken. Grundsätzlich privat versenden, nicht von/an Firma.
Meine Gummikuh fahre ich schon 20 Jahre und kenne die Schwächen. Änderungen, die ich zu Hause vorgenommen habe: Ölfeste Kupplung (war eh’ fällig), stärkere Lichtmaschine ohne Diodenplatte, sämtliche Öle neu.
Mitgenommen hatte ich: Brems- und Kupplungshebel (Leihweise vom Händler), Kupplungs- und Gaszug, Montierhebel, Schlauchlos-Reparaturset, Schläuche (vorne und hinten, hatte ich noch, sonst nicht nötig), Draht, Schlauchschellen, Kabel, Kabelbinder, Sicherungen, Glühbirnen, Kaltmetall, Schrauben, Bolzen und Muttern. Eine Packliste habe ich >>hier einmal erstellt.

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Versorgung

Es gibt Menschen, die sitzen allabendlich vor ihrem Kocher und ernähren sich wochenlang von Nudeln. Ich gehöre nicht dazu. Tee gibt es in der Türkei, Iran und Pakistan praktisch geschenkt. Ein ausgezeichnetes, leckeres und landestypisches (!) Essen kostet zwischen 1,- und 5,- Euro. Mit dem Magen hatte ich nie Probleme. Gegessen wird mit der rechten Hand, da die linke zum Reinigen des Afters verwendet wird!
Meiden sollte man Leitungswasser und eventuell Salat (Fäkaliendüngung). Wenn man sich nach dem Grundsatz: “Koch es, schäl es oder lass es” ernährt, hat Montezuma es schwer.

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Bargeld und Kreditkarten

ATMs (Geldautomaten) gibt es in allen Ländern. NICHT funktioniert mit meiner Mastercard und Maestro-Card haben sie im Iran und in Pakistan. Im Iran wird ausnahmslos Bargeld akzeptiert. Am besten bei der Einreise ein paar Euro/Dollar bei den Geldwechslern auf Iranischer (!) Seite tauschen. (Orientierung: ca. doppelter Bankkurs, >>hier ein Währungsrechner). In den Städten gibt es offizielle Wechselstuben, die ebenfalls zum doppelten des Bankkurses tauschen.
In Pakistan bei der Einreise in Taftan gibt es keine Bank (D.h., es gibt eine, die wechselt aber nicht), dort auch bei den Geldwechslern tauschen. Je mehr und je größer die Scheine sind, desto besser der Kurs. Mehr gibt es in Quetta. Banken tauschen NICHT. Auch dort muss man zu den Wechselstuben gehen (durchfragen). Kreditkarten werden in Pakistan teilweise in großen Hotels genommen. Nicht an Tankstellen, in kleinen Hotels, Geschäften, etc.
In Kambodscha kommen aus den Automaten häufig US-Dollar. Das ist die 2. Währung dort. Die Zapfsäulen zeigen den Preis in Dollar an. Wechseln muss man nicht. Man zahlt in Dollar und bekommt Riel heraus. Das Visum in Kambodscha muss in Devisen bezahlt werden (Thai Bath, Dollar oder Laotische Kip).
Neben Euro empfielt es sich dringend, US-Dollar in unterschiedlicher Stückelung mitzunehmen. Große Scheine (50 und 100) zum Wechseln, kleinere (1, 5 und 10) zum direkten bezahlen.
Immer auf genügend Bargeld in der Landeswährung oder kleine Scheine in US-Dollar achten! Eines darf in Asien niemals passieren, dass einem das (Bar-)Geld ausgeht!

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Versicherung

Die grüne Versicherungskarte für die Türkei mitnehmen, meine ist auch für den Iran gültig. Ab Pakistan bin ich ohne Versicherungsschutz gefahren. Keine Ahnung, wo man einen solchen an den kleinen Grenzübergängen herbekommen soll, ich habe aber auch nicht gesucht oder gefragt (Schlafende Hunde).
Auslandskrankenversicherung abschließen und/oder bei der privaten prüfen. Die Gesetzliche zahlt jenseits Europas i.d.R. nicht.
ADAC Plus Mitgliedschaft überlegen wegen Kranken-Rücktransport etc.

 

Internet

Das kleine Netbook mit 10” Monitor und WLAN-Karte war extrem hilfreich. Internetcafés muss man häufig suchen und WiFi bietet inzwischen fast jedes Hotel und jeder Campingplatz an.
SIM-Karten mit Internetfunktionalität können problemlos zumindest in Indien und Thailand erworben werden. In den anderen Ländern vermutlich auch, das habe ich aber nicht getestet.

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Religion

Vorab: Ich bin Christ, genauer: Protestant, und stehe dazu. Auf meinem Alukoffer befindet sich seit Ewigkeiten (Jordanien 1993) ein Aufkleber in arabischer Schrift mit einem Vers aus dem Koran. Sinngemäß: “Der Mensch wird für das Gute, das er tut, belohnt und für das Schlechte bestraft.” Den Spruch kennt jeder Moslem und alle finden ihn Klasse, ich auch. Häufig wurde ich nach meiner Religion gefragt und habe immer wahrheitsgemäß geantwortet. Nie hat mich deswegen jemand bedrängt, bedroht oder schlimmeres.
Womit Moslems ein Problem haben, ist Atheismus. Ein buchstäblich “Ungläubiger” sollte sich also überlegen, auf entsprechende Fragen in der Islamischen Welt, evtl. kurzfristig “gläubig” zu werden. Muss aber jeder selber wissen.


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